Neratovice bekommt die weltweit erste im 3D-Druck gebaute Kirche
Neratovice, 1. Oktober 2026 – Der Bau der neuen Kirche der Heiligsten Dreifaltigkeit und des Gemeindezentrums Kardinal Josef Beran schreibt die Geschichte des modernen Bauwesens neu. In Neratovice wächst die weltweit erste Kirche, bei deren Bau die einzigartige Technologie des 3D-Betondrucks in einem bisher nie dagewesenen Umfang eingesetzt wird. Neben dem Turm und dem Pfarrhaus wird auch das Hauptschiff der Kirche gedruckt. Insgesamt entstehen Hunderte einzigartiger 3D-gedruckter Bauteile. Generalunternehmer des Baus ist die internationale Baugruppe HSF System aus der Investmentholding PURPOSIA Group. Bauherr des Projekts ist die Stiftung des Neratovicer Gemeindezentrums. Der architektonische Entwurf stammt von Zdeněk Fránek. Im Mai 2026 besuchte der Präsident der Tschechischen Republik Petr Pavel gemeinsam mit dem Prager Erzbischof Stanislav Přibyl die Baustelle der Kirche.
Derzeit ist das erste Untergeschoss der Kirche einschließlich der Fundamentkonstruktionen und eines Teils der Turmkonstruktion fertiggestellt. Fertig sind auch die Decke über diesem Geschoss und die Fundamentkonstruktion des künftigen Pfarrhauses. Im unterirdischen Teil entsteht der große Gemeinschaftssaal mit eigenem Eingang und eigenen Nebenräumen.
„Wir freuen uns sehr und sind stolz darauf, dass gerade die Kirche in Neratovice das weltweit erste Bauwerk seiner Art sein wird, das dank der einzigartigen Technologie des 3D-Betondrucks errichtet wird. Der unterirdische Teil hat bereits Gestalt angenommen, und wir können nun mit dem Bau dessen beginnen, was von außen den Charakter des ganzen Ortes prägen wird. Jetzt kommt der Moment, in dem die Kirche vor unseren Augen rasch in die Höhe wachsen wird, und darauf freuen wir uns sehr“, sagt Peter Kováč, Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung des Neratovicer Gemeindezentrums und Administrator der Pfarrei Neratovice.
Vom Untergrund nach oben: Jetzt ist das Hauptschiff an der Reihe
Über der Erde beginnt nun das Hauptschiff der Kirche zu wachsen, dessen Außen- und Innenschale im 3D-Druck entstehen werden.
„Für uns ist entscheidend, dass die 3D-Drucktechnologie einen architektonischen Entwurf in ein reales Bauwerk umsetzen kann, ohne dass wir seine organischen Formen vereinfachen müssen. Bei einem herkömmlichen Bau hätten wir es bei so stark gekrümmten Wänden mit einer großen Menge individueller Schalungen zu tun – mit ihrer Herstellung, ihrem Einbau und dem anschließenden Rückbau. Hier können wir die Geometrie direkt im digitalen Modell vorbereiten und danach die einzelnen Teile fertigen“, sagt Tomáš Kosa, CEO der Baugruppe HSF System.
Die Konstruktion des Hauptschiffs wird aus präzise gefertigten Bauteilen bestehen, die als passgenaue Formsteine und verlorene Schalung dienen. Anschließend werden sie mit Bewehrung verbunden und durch Stahlbetonrippen und Ringanker ergänzt. Zwischen den einzelnen Schalen bleibt Raum für die Wärmedämmung. Die Innenoberfläche der gedruckten Bauteile erzeugt die charakteristische Struktur der Wände und trägt zur Akustik des Innenraums bei.
„Jedes der rund 870 Elemente wird seinen genau festgelegten Platz in der Konstruktion haben. Es handelt sich also nicht um seriell gefertigte, identische Blöcke, sondern um eine Reihe von Einzelstücken, die für eine bestimmte Position im Gebäude geschaffen werden. Ihre Präzision wird vor allem beim schrittweisen Zusammenfügen der gekrümmten Wände und bei ihrem Anschluss in den höheren Ebenen des Baus entscheidend sein“, ergänzt Martin Janoušek, Bauleiter der Baugruppe HSF System.
Die Technologie kommt auf der Baustelle auf drei verschiedene Arten zum Einsatz
Bei der Umsetzung der Technologie arbeitet HSF System mit seinem Tochterunternehmen Coral Construction Technologies zusammen. Dieses bietet eine eigene, einzigartige Lösung für den 3D-Betondruck. Indem es die Eigenschaften des Betons mithilfe von Zusatzmitteln anpasst, kann es das Material so verarbeiten, dass es den Anforderungen des Drucks und zugleich denen der jeweiligen Konstruktion entspricht. Das Projekt in Neratovice nutzt den 3D-Betondruck in mehreren technologisch unterschiedlichen Verfahren.
„Für das Hauptschiff der Kirche fertigen wir einzelne, präzise Bauteile, die anschließend in die Konstruktion eingesetzt werden. Beim Turm werden die gedruckten Blöcke nach dem Versetzen vollständig mit Beton ausgegossen. Dieser Unterschied hängt mit der künftigen Nutzung des Turms zusammen. Seine Außenseite wird als öffentlich zugängliche Kletterwand dienen. Deshalb muss die Konstruktion massiv und fest genug sein, um die Kletterelemente zu verankern. Das dritte Verfahren kommt beim Pfarrhaus zum Einsatz. Es entsteht direkt auf der Baustelle mithilfe unseres Bauroboters, der die Konstruktion in Echtzeit druckt“, erklärt Tomáš Vránek, Generaldirektor von Coral Construction Technologies.
Der Einsatz des 3D-Drucks ist eng mit dem architektonischen Entwurf der Kirche verbunden. Zdeněk Fránek hat das Gebäude als ausdrucksstarke organische Struktur mit gewölbten Ovalen, fließenden Übergängen und geschwungenen Linien entworfen. Deshalb entstand noch vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten direkt auf der Baustelle ein Probemuster dieser konstruktiv anspruchsvollen gekrümmten Wände im Maßstab 1:1. Es bestätigte die Machbarkeit des vorgesehenen Konstruktionssystems und seine Stabilität. Auch nach Fertigstellung des Baus bleibt es vor Ort als Erinnerung an die bei der Umsetzung verwendete Technologie.
Ein Ort für Gottesdienste, Kultur und Gemeinschaftsleben
Das neue Zentrum erweitert die Möglichkeiten der örtlichen Pfarrei, die in dreizehn Gemeinden wirkt. Das Konzept sieht vor, dass das Areal kein geschlossener Raum sein wird, der allein Gottesdiensten vorbehalten ist. Dazu gehören Gruppenräume, Unterrichtsräume, eine Galerie, Ausstellungsflächen, ein Café und ein Mehrzwecksaal. Der Turm bietet eine Kletterwand.
Geplant sind kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen, Vorträge, Bildungsprogramme, Konzerte, Hochzeiten, Taufen sowie Freizeitangebote für die breite Öffentlichkeit.
„Wir möchten einen Ort schaffen, der jeden Tag lebt. Die Kirche wird sein natürliches Zentrum sein, daneben aber entstehen zahlreiche Räume, die Menschen aus der Stadt und der Umgebung nutzen können. Gerade die Verbindung von geistlicher, kultureller, gesellschaftlicher und gemeinschaftlicher Funktion ist aus unserer Sicht einer der größten Werte des gesamten Projekts“, sagt Peter Kováč.
Die erste Bauphase soll 2027 enden, das gesamte Areal ein Jahr später
Der Bau, den im Mai 2026 auch der Präsident der Tschechischen Republik Petr Pavel gemeinsam mit dem Prager Erzbischof Stanislav Přibyl besuchte, ist in zwei Hauptphasen gegliedert. Die erste umfasst den Rohbau des Hauptteils der Kirche und soll nach dem aktuellen Zeitplan Mitte 2027 abgeschlossen sein. In der zweiten Phase folgen die Fertigstellung des Turms und des Pfarrhauses und anschließend die Innen- und Außenausbauarbeiten des gesamten Areals. Die vollständige Eröffnung der neuen Kirche und des Gemeindezentrums ist für Ende 2028 geplant.
Das Gesamtbudget des Projekts beläuft sich auf rund 250 Millionen Kronen ohne Mehrwertsteuer. Bauherr ist die Stiftung des Neratovicer Gemeindezentrums, die vom Erzbistum Prag gegründet wurde.
„Unsere Finanzierung stützt sich auf mehrere Quellen. Neben den Mitteln aus dem Verkauf und der Wertsteigerung kirchlicher Grundstücke unterstützen individuelle Spender, Mäzene und weitere Förderer das Projekt. Derzeit sind rund 115 Millionen Kronen gesichert. Auch die Öffentlichkeit kann sich an der Finanzierung beteiligen. Die Spendensammlung läuft weiter, und Beiträge sind über die Website kostelneratovice.cz möglich. Wir denken auch darüber nach, die Spende eines konkreten Bauelements zu ermöglichen“, ergänzt Marek Matocha, Mitglied des Stiftungsrats der Stiftung des Neratovicer Gemeindezentrums.
Stiftung des Neratovicer Gemeindezentrums
Die Stiftung des Neratovicer Gemeindezentrums (im Folgenden „Stiftung“) wurde am 1. November 2021 zu folgendem Zweck gegründet: Bau der Kirche und des Pfarrhauses der Römisch-katholischen Pfarrei Neratovice (im Folgenden „Pfarrei“) einschließlich der Finanzierung ihres Baus; Unterstützung der Tätigkeit der Pfarrei einschließlich der Finanzierung des Betriebs der Kirche, des Pfarrhauses und des von der Pfarrei betriebenen Gemeindezentrums sowie der Finanzierung der Kosten für Betrieb, Reparaturen, Erneuerung und Instandhaltung der zur Pfarrei gehörenden Kirche und des Pfarrhauses und des von der Pfarrei betriebenen Gemeindezentrums. Gründer der Stiftung ist das Erzbistum Prag. Mit der Gründung der Stiftung knüpfen wir historisch an die Zeit an, als Kirchen in der Erzdiözese Prag von Menschen unter dem Dach einer staatlich unterstützten Stiftungsstruktur gebaut wurden. Dieser Schritt ermöglicht den Gemeindemitgliedern eine stärkere Mitwirkung an unserem Werk, da die Stiftung rechtlich vom Erzbistum Prag getrennt ist. Die Mehrheit der Mitglieder des Stiftungsrats und des Aufsichtsrats sind Gemeindemitglieder aus Neratovice; so haben sie eine reale Möglichkeit, auf die Tätigkeit der Stiftung Einfluss zu nehmen, und übernehmen zugleich einen größeren Teil der Verantwortung.
Baugruppe HSF System
Die internationale Baugruppe HSF System aus der Investmentgruppe PURPOSIA Group besteht aus dem tschechischen Bauunternehmen HSF System (gegründet 2002) mit Sitz in Ostrava, dem slowakischen Bauunternehmen HSF System SK (gegründet 2010) mit Sitz in Žilina und dem österreichischen Bauunternehmen HSF System AT (gegründet 2024) mit Sitz in Enzesfeld. Die Baugruppe HSF System hat weitere Niederlassungen in Prag, Pilsen, Prešov und Nitra. Sie konzentriert sich auf Generalunternehmerleistungen, Planungs- und Ingenieurleistungen, komplette Dächer und Gebäudehüllen einschließlich deren Sanierung sowie auf den 3D-Betondruck. Durch die Verbindung eines traditionellen Materials mit modernen Technologien verschiebt sie unter der Marke Coral Construction Technologies die Grenzen des modernen Bauens. Das Bauunternehmen HSF System wurde Gesamtsieger des Nationalpreises der Tschechischen Republik für gesellschaftliche Verantwortung und nachhaltige Entwicklung in der Kategorie Privatsektor für das Jahr 2023, erhielt den renommierten Nationalen Qualitätspreis der Tschechischen Republik im Programm Excelence 2024, ist Träger des Preises des Kreishauptmanns der Mährisch-Schlesischen Region für gesellschaftliche Verantwortung für die Jahre 2022 und 2020 in der Kategorie Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten und wurde bereits viermal mit der Auszeichnung Czechia Best Managed Companies ausgezeichnet, in den Jahren 2023, 2024, 2025 und 2026. In der Bewertung RATING KVALITY 2026 der Stiftung für die Entwicklung von Architektur und Bauwesen belegte HSF System auf Grundlage der Ergebnisse der letzten fünf Jahre den 8. Platz. HSF System erhielt zudem den renommierten Titel „Bau des Jahres 2020“. Der Generaldirektor des Unternehmens, Jan Hasík, ist Träger der Auszeichnung EY Unternehmer des Jahres 2016 und 2023 der Mährisch-Schlesischen Region. Das Unternehmen HSF System SK platzierte sich wiederholt unter den führenden Bauunternehmen der Slowakei in den Ranglisten TREND Top 100 und Eurostav, erhielt die Auszeichnung ASB GALA 2024 in der Publikumsabstimmung, belegte den 17. Platz in der Rangliste ASB Almanach 2025 und wurde in den Jahren 2024 und 2025 mit der Auszeichnung Slovakia Best Managed Companies ausgezeichnet. Tomáš Kosa, CEO der internationalen Baugruppe HSF System, gehörte zu den sechs Finalisten des renommierten Wettbewerbs EY Unternehmer des Jahres 2022 in der Slowakei. Mehr unter www.hsfsystem.eu.
PURPOSIA Group
Die PURPOSIA Group ist eine Investmentgruppe mit tschechischen Wurzeln, die 2023 als Holdingstruktur rund um mehrere Bauunternehmen entstand, an deren Spitze die in Tschechien, der Slowakei und neuerdings auch in Österreich tätige Baugruppe HSF System steht. Die Holding vereint 46 Tochtergesellschaften, die den gesamten Bauzyklus abdecken – von Vermessungsarbeiten über Entwurf und Erstellung der Projektdokumentation bis hin zur schlüsselfertigen Errichtung von Logistikhallen, Lagern, Fachmarktzentren, Wohngebäuden und weiteren Bauten der öffentlichen Infrastruktur. Zu ihrem Angebot gehören auch spezialisierte Leistungen, etwa Betonfertigteilkonstruktionen, Aluminium- und Spenglerelemente oder 3D-Betondruck. Die Gruppe ist zudem in den Bereichen Facility Management und Projektentwicklung sowie neuerdings im Tourismus tätig. Ihr Jahresumsatz beträgt über 3 Milliarden Kronen. Zu den Tochtergesellschaften gehören neben der genannten Gruppe HSF System auch Unternehmen der Entwicklergruppe ANTRACIT sowie SK Facility, Pruniwerk, floorING, PREFA ONV, Bezecný, Foredeck und Coral Construction Technologies. Die PURPOSIA Group ist insgesamt in 10 Ländern Europas tätig.
Pressekontakt:
Anna Wieczorková, anna.wieczorkova@hsfsystem.cz, +420 604 958 254
Lukáš Klapil, klapil@crestmorava.cz, +420 603 824 194
Katarína Klíčová, pr@kostelneratovice.cz, +420 777 877 544
